Bekommt Hamm eine Seilbahn?

Seilbahn in KoblenzEin Punkt des Förderantrags zur naturnahen Neugestaltung der innenstadtnahen Lippeaue (zwischen Fährstraße und Radbodstraße) ist der Plan zur Realisierung einer rund 800 Meter langen Seilbahn, die die Hammer Innenstadt mit der Lippeaue verbinden soll. Antragsdeadline ist der 01.12.. Das Fördervolumen soll ca. 50 Millionen Euro betragen, die Seibahn selbst zwischen zwischen fünf und acht Millionen Euro, hieß es aus dem Rathaus. Sollte das Düsseldorfer Umweltministerium den Antrag als förderwürdig einschätzen, würden 80 Prozent der Kosten aus Mitteln der EU finanziert.

3 Minuten in der Luft

Ziel des Projektes ist die Schaffung einer Verbindung zwischen dem Nordringpark in der Nähe des Allee-Centers und einer rund 800 Meter entfernten Halteplattform gegenüber des Flugplatzes. Das unmittelbare Umfeld der Haltepunkte soll sich durch attraktive Gastronomieunternehmen auszeichnen. Die Ausstattung der Seilbahn soll so angelegt werden, dass auch Rollstühle, Kinderwagen und Fahrräder transportiert werden können. Die Fahrzeit wird mit ca. drei Minuten kalkuliert. Ob es sich bei der Seilbahn um eine Pendel- oder Umlaufbahn handeln wird, ist noch nicht entschieden. Gleiches gilt für die Förderkapazität und die potentiellen Ticketpreise. In den Stationsgebäuden an den beiden Haltepunkten müssten Antriebstechnik, Kartenschalter und Toiletten untergebracht werden.

Beispiel „Koblenz“

Neu ist die Idee einer Innenstadt-Seilbahn nicht. Viele Städte wie Bochum oder Marburg beschäftigen sich mit dem Bau einer solchen Verkehrslösung. 2011 wurde zum Beispiel die Seilbahn in Koblenz, genannt Buga-Seilbahn oder Rheinseilbahn, im Rahmen der Bundesgartenschau als umweltfreundliche Verkehrsverbindung erbaut. Sie verfügt über eine maximale Förderkapazität von 7600 Personen / Stunde.

Die Seilbahn wurde von Verkehrsexperten bereits als „missing link“ bezeichnet, also als Lücke des öffentlichen Nahverkehrs. Die Argumente der Befürworter: Für lange Strecken sind die maximal 25 km/h „schnellen“ Seilbahnen nicht sinnvoll. Um jedoch schwer zu überwindendes Gelände, wie z. B. Flüsse zu überqueren, seien sie eine umweltfreundliche und flexible Lösung, durch die viele Menschen in kurzer Zeit transportieren werden können. Seilbahnstationen selbst nehmen wenig Platz weg und die Gondeln werden nicht durch Ampeln oder stockenden Verkehr aufgehalten. Zudem sind Seilbahnen leise und energieeffizient.

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